Anfang und Ende
Dimitri Schostakowitsch komponierte sein erstes Klaviertrio bereits mit 17 Jahren, Sergej Rachmaninoff war 18, als er sein Trio Élégiaque schrieb; beide standen noch ganz am Anfang ihrer Karriere. Die jugendliche Kraft ihrer Werke ist - trotz des melancholischen Charakters - deutlich zu spüren. Schostakowitschs zweites Klaviertrio, das fast 20 Jahre später nach dem Tod eines Freundes entstand, atmet dagegen den Geist der Hoffnungslosigkeit, Wut über das Schicksal und Not und Elend der Kriegszeit. So schlagen die drei Werke einen Bogen vom Beginn des Lebens bis zum Tod. Die unvergleichliche Gefühlstiefe der russischen Musik ermöglicht den Ausdrucktiefer, nicht in Worte zu fassender Trauer.
Dimitri Schostakowitsch (1906-1975)
Klaviertrio Nr.1 c-Moll op. 8 (1925)
Sergej Rachmaninoff (1873–1943)
Trio Élégiaque Nr. 1 g-Moll (1892)
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Dimitri Schostakowitsch
Klaviertrio Nr. 2 e-Moll op. 67 (1944)
1. Andante – Moderato
2. Allegro non troppo
3. Largo
4. Allegretto – Adagio
KlassenKlänge
Im Education-Programm “KlassenKlänge” spielt und erklärt das Trio Axis Werke seines Repertoires für Kinder und Jugendliche. Schülerinnen und Schüler erleben und erfahren hautnah Musik, Komponisten, Epochen, und schauen hinter die Kulissen des Alltags eines Musikers und der Arbeit eines Ensembles. Die Mitglieder des Trios stehen den Schülerinnen und Schülern Rede und Antwort: Wie viele Stunden muss man üben? Wie hat sich das Trio kennengelernt? Was ist ein Dämpfer? Wie viele Saiten hat das Cello, wie viele Seiten hat das Stück… Das Programm richtet sich an verschiedene Altersgruppen ab der fünften Klasse.
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Programme Élégiaque: Rachmaninoff, Ravel, Franck
Die Klangpoesie der französischen Romantik und die dunklen Farben des Rachmaninoff-Trios ergeben einen Abend voll elegischer Klänge vom Klagegedicht über minimalistische Töne bis hin zu einem flächigen, gewaltigen, orchestralen Klang.
Sergej Rachmaninoff (1873–1943)
Trio Élégiaque Nr. 1 g-Moll (1892)
Maurice Ravel (1875–1937)
Klaviertrio a-Moll
1. Modéré
2. Pantoum. Assez vif
3. Passacaille. Trés large
4. Final. Animé
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César Franck (1822–1890)
Trio concertant No.1 fis-Moll Op.1/1
1. Andante von moto
2. Allegro molto
3. Finale
Im Verborgenen
Dunkel, düster, dramatisch, jubilierend und hochromantisch.
 Im Verborgenen sind hier nicht nur die Komponisten, sondern auch ihre Sehnsüchte. 
Der tschechische Komponist Josef Suk erinnert sich in seinem Trio c-Moll op. 2 an die hochromantische Phase zurück. Er hat dieses Werk bereits im Alter von 15 Jahren begonnen und unter der Obhut von Antonin Dvořák wenige Jahre später vollendet. Der deutsche Komponist Robert Volkmann reist durch Europa, stets auf der Suche nach Anerkennung und Ruhm, bevor er sich schließlich in Budapest niederlässt. Mit dem Werk op.5 in b-Moll schafft er ein Trio mit individueller Form und ständig wechselnder Charaktere, das von Franz Liszt und Joseph Joachim uraufgeführt wurde. Doch auch dieses versteckte Meisterwerk verschafft ihm nicht den erhofften Durchbruch als Komponist. Johannes Brahms hingegen wird bereits zu seiner Zeit im höchsten Maße verehrt. Die schnörkellose, pointierte und hochdramatische Stimmung seines dritten Klaviertrios op. 101 in c-Moll wird ergänzt durch ein rasendes, düsteres Presto und einem verzaubernden, lyrischen dritten Satz. Durch punktierte, ungarisch anmutende Klänge und Rhythmen beschließt Brahms sein Trio.
Josef Suk (1874-1935)
Klaviertrio c-Moll Op.2
1. Allegro
2. Andante
3. Vivace
Robert Volkmann (1815-1883)
Klaviertrio Nr. 2 in b-Moll Op.5
1. Largo
2. Ritornell: Andante
3. Allegro con brio
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Johannes Brahms (1833-1897)
Klaviertrio Nr. 3 in c-Moll Op.101
1. Allegro energico
2. Presto non assai
3. Andante grazioso
4. Allegro molto
I Told You
Im Frühling 2016 hat das Trio Axis eine Fülle individueller, zauberhafter Geschichten im Programm.
So entführt Joseph Haydn das Publikum in seinem Trio all´Ongerese in der zigeunerischen, tänzerischen Leichtigkeit im ungarischen Landleben. Im Sonatensatz von Franz Schubert in B-Dur, das der Komponist mit nur 15 Jahren geschrieben hat, bekommt man Einblicke in die Jugend des Meisters. Der österreichische Chorknabe vollzieht erste Versuche mit der Handhabung der Kammermusik und des Sonatensatzes und schreitet darin unaufhaltsam fort. Ein Jahr nach dem Sonatensatz beschäftigt er sich bereits mit seiner ersten Sinfonie. 
Ludwig van Beethoven eröffnet eine ganz andere Welt in seinem Trio Op.70/1. Sein Schüler Carl Czerny fühlt sich durch den zweiten Satz des Werks an den Geist in William Shakespeares Tragödie Hamlet erinnert: »Der Charakter dieses, sehr langsam vorzutragenden Largo ist geisterhaft schauerlich, gleich einer Erscheinung aus der Unterwelt«. 
Ein besonderes Highlight neben diesen klassischen Juwelen ist die composition No. 74 (I told you) (2014/15) von Erwin Koch-Raphael. Das Werk wird vom Trio Axis im Frühling 2016 uraufgeführt und ist diesem auch gewidmet. 
Das Werk ist eine persönliche Reverenz, Trauer, Klage und Reflexion des Komponisten auf die britische Soulsängerin Amy Winehouse, die im Alter von 27 Jahren starb. Koch-Raphael spannt den Bogen aber weiter zur Frage nach dem Sinn der menschlichen Existenz, wenn wir uns selbst und unseren Mitmenschen diese Welt zur Hölle machen. Die Energie, Wut und Verzweiflung ist in diesem Werk zu spüren, das mit zahlreichen Songzitaten der Sängerin gespickt ist.
Joseph Haydn (1732–1809)
„Zigeunertrio“, Klaviertrio G-Dur, Hob.XV:25
1. Andante.
2. Poco Adagio. Cantabile
3. Rondo all'Ongarese. Presto
Franz Schubert (1797-1828)
Sonatensatz B-Dur, D 28
1. Allegro
Erwin Koch-Raphael (*1949)
Composition no.74 (I told you)
1. Prelude and Theme
2. The First Part
3. Between
4. The Second Part - Palimpsest
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Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Klaviertrio op. 70 Nr.1 in D-Dur "Geistertrio"
1. Allegro vivace e con brio
2. Largo assai ed espressivo
3. Presto
Dein Bildnis wunderselig
Mozarts Klaviertrio in C-Dur ist zwischen seinen Opern 'La Nozze di Figaro' und 'Don Giovanni' entstanden. Umso deutlicher ist es von opernhaften Zügen und Charakteren seiner Opern geprägt. Zwischen unbeschwert flatternden Passagen erscheinen theatralische Diven. Als „Mozart des 19. Jahrhunderts“ benannte Robert Schumann seinen Freund Felix Mendelssohn, nachdem er sein d-Moll Trio gehört hatte. Es gehört heute zu der am häufigsten gespielten Kammermusik, aber schon Robert Schumann kürte es zu seiner Zeit zu den 'Meisterwerken der Gegenwart'. Von Mendelssohn inspiriert, begann er selbst Klaviertrios zu komponieren. Und Schumann, der in der Literatur seiner Gegenwart ähnlich verhaftet war, wie in der Musik zitiert in seinem Klaviertrio in F-Dur sich selbst mit der Gedichtvertonung von Eichendorffs 'Dein Bildnis wunderselig'. Dein Bildnis wunderselig Hab ich im Herzensgrund, Das sieht so frisch und fröhlich Mich an zu jeder Stund. Mein Herz still in sich singet Ein altes schönes Lied, Das in die Luft sich schwinget Und zu dir eilig zieht.
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Klaviertrio C-Dur KV548
1. Allegro
2. Andante cantabile
3. Allegro
Robert Schumann (1810-1856)
Klaviertrio Nr. 2 in F-Dur Op.80
1. Sehr lebhaft
2. Mit innigem Ausdruck
3. In mäßiger Bewegung
4. Nicht zu rasch
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Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847)
Klavier Trio Nr. 1 d-moll Op.49
1. Molto allegro ed agitato
2. Andante con moto tranquillo
3. Scherzo
4. Finale
Licht und Schatten
Ohne Licht gäbe es keinen Schatten. Und ohne die Dunkelheit wären die hellen Momente nicht besonders. Ebenso ist es in der Musik. Wechselnd zwischen nächtlichen, zarten Klängen und einer euphorischen und dramatischen Stimmung schafft Schubert mit dem Nocturne in Es-Dur, D 897 ein Charakterstück im typischen volksliedhaften, schlichten Stil. Auch dramatisch, dazu explosiv und mitreißend beginnt Bedřich Smetana sein Klaviertrio in g-Moll op. 15. Beginnend mit einem Violinsolo, welches den Tod der vierjährigen Komponistentochter Bedřiska beklagt, eröffnet der Geiger das Tor in ein höchst emotionales Kammermusikwerk. Doch neben der tragischen Seite, getränkt von Wut und Trauer, mischt Smetana immer wieder positive Erinnerungen an seine Tochter hinzu: helle und tänzerische Passagen, die an das Lachen und Spielen von Kindern erinnern. Der Totentanz als Finalsatz mündet in einen Trauermarsch, der den Sarg des toten Mädchens musikalisch zu Grabe trägt, um schlussendlich überraschend triumphierend zu enden. Auch Arnold Schönbergs „Verklärte Nacht“ op.4 basiert auf einem außermusikalischen Thema - dem gleichnamigen Gedicht von Richard Dehmel. Es beschreibt ein spazierengehendes Paar im Mondschein, wo die Frau ihrem Geliebten gesteht, dass sie von einem Anderen ein Kind erwartet. Sie trifft auf großmütiges Verständnis bei dem Mann, der das Kind als Eigenes annehmen will. Das um 1900 noch höchst anrüchige Sujet hat hohe Wellen geschlagen und wurde zu gleichen Teilen abgelehnt und begeistert aufgenommen. Schönberg hat die „Verklärte Nacht“ für Streichsextett angelegt und später für Streichorchester erweitert. Die Fassung für Klaviertrio stammt von Schönbergs Schüler Eduard Steuermann.
Franz Schubert (1797-1828)
Nocturne Es-Dur, D 897
1. Adagio
Bedřich Smetana (1824-1884)
Klaviertrio g-Moll, op. 15
1. Moderato assai
2. Allegro, ma non agitato
3. Finale. Presto
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Arnold Schönberg (1874-1951) bearbeitet von E. Steuermann (1892-1964)
Verklärte Nacht, op. 4
Lebensspuren - in Noten gezeichnet
Einzigartige Augenblicke und wunderbare Atmosphären werden durch das Trio Axis und Krona Percussion in der Weserburg zur Ausstellung „Proof of Life“ ins Leben gerufen. Neben dem Trio per Uno von Nebojša Jovan Živković aus dem Bereich der minimal music und der Musique de table von Thierry de Mey für Schlagzeugtrio erklingt Arnold Schönbergs Verklärte Nacht in der Bearbeitung für Klaviertrio. Im Mittelpunkt des Konzerts steht jedoch die 15. Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch in einer Bearbeitung von Viktor Derevianko für Klaviertrio und drei Schlagzeuger. Die Lebensspuren des Komponisten ziehen sich durch seine letzte Sinfonie. Fröhliche und ausgelassene Passagen rufen eine unbeschwerte Kindheit zu Tage. Dunkel und beklemmend wird es im zweiten Satz der Sinfonie, der deutlich Schostakowitsch Ängste in der Zeit unter Stalin widerspiegelt. Im Finale entlehnt der Komponist gleich zu Beginn Wagners „Todesverkündigungsmotiv“ aus der Walküre und schafft damit einen zerbrechlichen, nachdenklichen Schlusssatz. Der Arrangeur der Sinfonie, Viktor Derevianko greift die klanglichen Besonderheiten der Originalbesetzung auf und gibt ihm einen sehr intimen, kammermusikalischen Rahmen.
Arnold Schönberg (1874-1951)
Verklärte Nacht Op.4
1. Sehr langsam - Breiter
2. Schwer betont
3. Sehr breit und langsam
4. Sehr ruhig
Thierry de Mey (*1956)
Musique de table
Nebojsa Jovan Zivkovic (*1962)
Trio per uno für Schlagzeug-Trio
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Dimitri Schostakowitsch (1906-1975)
15. Sinfonie A-Dur , Op.141a
1. Allegretto
2. Adagio- Largo
3. Allegretto
4. Adagio- Allegretto